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Ist überhaupt ein Klickertraining (Klicker, Clicker) sinnvoll?

Klicker, Clicker, Klickertraining: Der Klicker, ein Knackfrosch mit entsprechendem Zubehör, ist ein heutzutage weit verbreitetes Hilfsmittel im Bereich der Hundekonditionierung (Welpenerziehung, Hundeerziehung). Klicker werden schon sehr früh auch bei Welpen beziehungsweise bei der Welpenerziehung genutzt. Baut der Welpe und / oder der ausgewachsene Hund *Blickkontakt* zum Menschen auf, ertönt ein *Klicken* und der Hund erhält dann das *Futter* (das Klicken ist nur ein Zwischenimpuls).

Hierbei werden drei Handlungen miteinander verknüpft, obwohl für den Vierbeiner zwei Handlungen eindeutig ausreichen.

Es ist zweifelhaft, ob das zwischengeschaltete Klicken des Knackfrosches sinnvoll ist, da der Blickkontakt allein durch das Futter bestätigt wird und nicht die Belohnung durch das Klicken.

Durch die *Klickerarbeit* bzw. *Klickertraining*, da der Hund dieses Geräusch über sein Gehör wahrnimmt und nicht über das Sehen bzw. über seine Augen (der Hund hat nun einmal primär eine visuelle Sprache), können die Orientierung und die Kontaktbereitschaft zum Menschen verloren gehen oder nicht aufgebaut werden.   

Der eigentliche Ursprung des Klickers stammt aus der *Delphinausbildung*. Es ist ein kleiner Plastikgegenstand und im Inneren befindet sich eine Metallzunge. Sobald der Mensch auf diesen Gegenstand beziehungsweise auf die Metallzunge drückt, ertönt ein Klickgeräusch.

Funktionsweise des Klickers: Für eine Belohnung dient dieses Klickgerät als Signalgeber (Zwischenimpuls vor einer bevorstehenden Belohnung). Der Hund sollte allerdings auf diesen Signalgeber zuerst mit Leckerli / Futter konditioniert werden. Er verbindet später die Belohnung des Futters mit dem Signalgeber und nicht auf zum Beispiel *Blickkontakt*.

Das Klickgerät wird auch benutzt, wenn der Hundebesitzer angeblich zu langsam mit der Übergabe der Belohnung von Futter ist. Es gibt auch regelrechte Clicker-Trainingsangebote. Der Hundebesitzer drückt auf den Klicker und der Hund nimmt eine bestimmte Stellung ein.

Lassen Sie den Hund doch auf Ihr Körperzeichen, auf Ihre Körpersprache arbeiten! Das ist sinnvoller und effektiver!

Hinweis: Der Hund kann übrigens nur über eine 2er-Verknüpfung und nicht über eine 3er-Verknüpfung lernen.

Der Nachteil ist: Es kann unter Umständen passieren, dass der Hund auf den Signalgeber reagiert oder dadurch irritiert wird, wenn ein anderer Hundebesitzer mit seinem Hund und dem Klickgerät arbeitet. Es wird aber gesagt, dass es angeblich nicht der Fall sein sollte.

Ein weiterer Nachteil ist, dass der Hund nur auf das Klickgeräusch konditioniert wird, d.h. für das richtige Verhalten wird ständig ein Klickgeräusch benötigt, was allerdings schwer wieder abgebaut werden kann. 

Über Futterball und mit Futter gefüllte Spielzeuge aus Vollgummi…

Futterball und mit Futter gefüllte Spielzeuge aus Vollgummi: Ein Futterball ist ein nahezu gewöhnlicher Ball, der mit Futter oder diversen Snacks gefüllt wird. Durch das Ausleben seiner Triebe des Hundes und Herumrollen mit dem Futterball, gibt dieser nach und nach das Futter ab. Der selbstgesteuerte Zugang zum Futter motiviert den Hund, sich nur mit dem Futterball auseinander zu setzen.

Diese Art der Beschäftigung wird von den meisten Menschen verwendet, um den Hund vor dem „Alleine bleiben“ abzulenken. Es handelt sich hier eindeutig um eine Symptomarbeit. Außerdem kann der Hund durch Ablenkungen nichts lernen. Er wird immer wieder in das vorherige Verhalten zurückfallen. 

Der Nachteil, den der Futterball mit sich bringt, ist die Belohnung für die Förderung seines Hetz- und Beutetriebs. Hinzu kommt, dass der Hund sich weiter vom Hundehalter, vom Menschen entfernt, da er sich sein Futter auf leichte Art und Weise selbst beschaffen kann. Der Hund wird vom Menschen unabhängig und er wird im Laufe der Zeit ohne den Menschen seinen Weg gehen, denn er blendet den Menschen komplett aus.

Der Hund kann durch diese Handlung, durch diese Art der Beschäftigung nichts Sinnvolles lernen! Denn er lebt damit den genetisch bedingten Beutetrieb, Hetztrieb und den Jagdtrieb aus.

Wundern Sie sich nicht, wenn der Hund ein bewegendes Objekt sieht, hinter her rennt (hetzen) und von Ihnen nicht mehr kontrollierbar ist, wenn Sie nach ihm rufen! Der Hund kann primär nur ein Sinnesorgan einsetzen. Hier nimmt der Hund das Rufen durch den Menschen akustisch nicht mehr wahr…

Die Tatsache, dass ein Vollgummi-Spielzeug nach dem eigentlichen Wurf noch völlig unkontrolliert in jede erdenkliche Richtung hüpft, verknüpft der Hund damit verstärkt mit einem flüchtenden Beuteobjekt.

Den Beutetrieb des Hundes zu fördern, bedeutet: *Stressaufbau und Aufbau von Aggressionspotentiale*. Besonders dann werden sich Aggressionen vermehrt aufbauen, wenn er die Ressourcen alleine verwaltet. Es gibt Hunde, die werden in einer unbestimmten Zeit (es kann schneller oder langsamer gehen) alles verteidigen und alle Ressourcen unter Aggressionen stellen.   

Allgemeiner Hinweis: Von der Natur aus verwaltet und kontrolliert nur der Rudelführer alle Ressourcen! Es macht hier also keinen Sinn, dem Hund die eigenständige, selbstständige Verwaltung der Ressourcen zu erlauben. Sinnvoll ist es hier mit dem Hund gemeinsam (Hand in Hand) zu arbeiten und sich gemeinsam mit ihm zu beschäftigen. Alles läuft nur über den Rudelführer Mensch. Die *Beute* gibt es nur in Verbindung mit dem Rudelführer Mensch.

Über Futterbeutel und Schleppleine…

Über Futterbeutel, Schleppleine… und die Bedeutung: Einige Experten raten hilfesuchenden Hundehaltern oft dazu, im Training mit dem Hund einen Futterbeutel, auch Futterdummy genannt, zu nutzen, wenn der Hund zu einem übersteigerten Beutetrieb, Hetztrieb, Jagdtrieb neigt oder ein gestörtes Verhältnis gegenüber seinen Artgenossen zeigt. Auch raten solche Experten zu solchem Training, wenn der Mensch nach seinem Hund ruft und er kommt nicht zurück.

Es handelt sich hier um eine „Symptomarbeit“, das bedeutet, es wird nicht an der Ursache gearbeitet, sondern der Hund wird abgelenkt und wenn der Hund irgendwelche Fehler aus Menschensicht macht, wird „korrigiert“. Dieses Training ist in keiner Weise sinnvoll, denn der Hund kann nichts daraus lernen und er wird die Führung und die Kontrolle über jede erdenkliche Situation nicht seinem Menschen übergeben.   

 Wie wird so eine Trainingsmethode mit Futterbeutel und Schleppleine von solchen selbsternannten Experten angeleitet?

Vor dem Einsatz mit dem Futterbeutel (Futter befindet sich in einem Futterbeutel), darf der Hund zu aller erst daraus fressen, dann wird er mit einem Reißverschluss geschlossen und geworfen. Das Ziel des Trainings mit dem Futterbeutel soll sein, dass der Hund diesen apportiert (holen und zurückbringen) und sich selbst aus dem Futterbeutel bestätigt, nach dem der Mensch den Futterbeutel geöffnet hat.

Diese Art des Trainings fördert ebenso den Beutetrieb, den Hetztrieb und die Unabhängigkeit des Hundes, wie das zuvor beschriebene Training und ist folglich mit Bedenken zu genießen. Denn das Problem aus Menschensicht, beispielsweise Aggressionen gegen Artgenossen, Hetzen usw., wird damit nicht gelöst. Hier wird nur die letzte Handlung belohnt (das Zurückkommen wird belohnt und nicht die Verhaltensänderung in einer direkten Konfrontation…).

Ein Hund kann niemals mehrere Dinge gleichzeitig verknüpfen. Außerdem lernt der Hund durch das Werfen der Beute (aus Hundesicht) das Hetzen, Beute machen und die Belohnung danach. Dadurch werden auch hier unbewusst den Hetztrieb und den Beutetrieb durch den Mensch gefördert.

Diese Form des Trainings kann weitere Probleme erzeugen. Mögliche Probleme sind, die damit entstehen können…:

–>  Der Hund will die Beute nicht abgeben und verteidigt sie auf eine aggressive Art

–>  Andere Artgenossen schalten sich in den Beutekampf ein, wenn die Beute geworfen wird und fremde Artgenossen befinden sich in der Nähe

–>  Der Hund hat keine Fähigkeit zur Unterscheidung zwischen Futterbeutel und Hasen, Jogger, Radfahrer usw.

–>  Bei der Begegnung von anderen Artgenossen und im Futterbeutel gibt es kein Futter mehr

–>  Der Hund sieht einen anderen Artgenossen, der Stresspegel ist zu hoch und er nimmt plötzlich kein Futter mehr

Einige Experten empfehlen für den Fall des Kontrollverlustes des Menschen über den Hund eine „Schleppleine“. Es ist eine längere Leine (auch *lange Leine* genannt), die dem Hund vor dem Training mit dem Futterbeutel angelegt wird. Der Futterbeutel wird geworfen, der Hund hetzt der Beute hinterher und soll ihn aufnehmen. Nach dem der Hund die Beute hat, wird der Hund mit der langen Leine/Schleppleine wieder zum Mensch zurückgezogen, um dann daraus belohnt zu werden.

Dieses Training vermittelt dem Hund keinerlei sinnvolle Verhaltensweisen, Verhaltensänderung und ist als nicht empfehlenswert einzustufen.

Würgehalsband beim Hund

 

Würgehalsband: Sie werden bestimmt schon einmal gehört haben, mit einem Würgehalsband soll der Hund besser an der Leine laufen können. Glauben Sie wirklich, dass der Hund damit besser an der Leine läuft?
Das Würgehalsband besteht aus einzelnen Metallgliedern. Das Ende des Halsbandes wird durch ein Metallglied geführt und am Hundehals angebracht. Dieses wird dann an der Leine befestigt.

Wenn der Hund zieht, verengt sich somit das Halsband. Durch den sinnlosen und durchgeführten Leinenruck des Menschen oder durch das plötzliche Losrennen des Hundes kann er sich erheblich an der Halswirbelsäule verletzen (vergleichbar mit HWS=Halswirbelschleudertrauma oder Verschiebung der einzelnen Wirbel). Der Hund kann Meideverhalten und Halsbandscheue zeigen. Es handelt sich hier um eine reine Symptomarbeit und der Hund wird nichts daraus lernen können, wie er an der Leine richtig zu laufen hat. Er wird immer wieder die gleichen Fehler (aus Menschensicht) machen. In der Hundeerziehung und Welpenerziehung ist es kein geeignetes Hilfsmittel!
Auch die Mensch-Hund-Beziehung leidet erheblich darunter und der Hund kann keine Vertrauensbasis mit seinem Hundehalter aufbauen.
 
Optimale Verwendung des Metallhalsbands:
Natürlich ist diese Form des Halsbands, wenn es richtig am Hundehals angebracht wird, dass dieses nicht verengt bzw. zu gezogen wird (der Hund wird so nicht gewürgt), gegenüber einem Stoff-/Nylonhalsband usw. das hygienischste Halsband. Außerdem kann dieses Halsband bedenkenlos desinfiziert werden. Schaut man nun bei einem gebrauchten Stoff-/Nylonhalsband usw. durch ein Mikroskop, wuselt es nur im Halsband.

Leinenführigkeit: Blockieren, nicht bedrängen! Teil 4

 

Leinenführigkeit: Blockieren, nicht bedrängen!

Es gesellt sich nun eine weitere Trainingsmöglichkeit, die ich Ihnen im Folgenden vorstellen möchten:

Vergessen Sie jedoch bitte nicht, den Hund zuerst an seine gewohnte Örtlichkeit zu führen, damit er sein Geschäft verrichten kann. Nun haben Sie die ungeteilte Aufmerksamkeit und können mit voller Konzentration das Training beginnen.

Nur zur Erinnerung: Die Leine dient nur und ausschließlich als Sicherung, nicht als Korrekturmöglichkeit. Kein Elternteil würde sein Kleinkind an einer Leine halten und bei Bedarf am Kragen zu sich zurück ziehen. Man nimmt sein Kind lieber an die Hand, um ihm Sicherheit zu geben. Gleiches gilt analog für Hundewelpen und für den Hund. Gewalt ist nie eine Lösung und führt letztlich nur zu einem massiven Vertrauensverlust zwischen Hund und Mensch. 

Das Blockieren sieht vor, dass Sie die Leine wie immer in der rechten, der passiven Hand und hinter Ihrem Rücken halten. Ihr Hund läuft links, an Ihrem Bein. Machen Sie den ersten Schritt mit dem rechten Bein, beobachten Sie Ihren Hund und versuchen Sie, einen gemeinsamen Rhythmus zu finden.

Nun gibt es natürlich tausend Reize, interessante Gerüche und Geräusche. Wichtig ist, dass Ihr Hund aber Ihnen die Aufmerksamkeit schenkt. Sobald er also das gewünschte Verhalten nicht zeigt und stattdessen an der Leine zieht, drehen Sie sich schnell zum Hund und stellen sich genau vor ihm hin. Sie blockieren ihn und hindern ihn so am Weiterlaufen.

Da dieses Verhalten aber fremd für Ihren Hund ist, weil er es von Ihnen nicht kennt, wird er erst mal ziemlich „verdutzt“ sein und Sie womöglich etwas „ratlos“ anschauen. Nun kommt ihre linke Hand, die Futterhand zum Einsatz. Sie halten ihm also jetzt die gefüllte Futterhand  hin und er darf sich selbstständig aus der Futterhand für seine Aufmerksamkeit und Selbsteinschränkung mit Leckerli belohnen.

Hierbei geht’s aber nicht um ein Locken und Ablenkung des Hundes mit Futter, sondern vielmehr darum, klar zu machen, wer die Situation kontrolliert, das Vorrecht hat und die Führung des Rudels übernimmt. Zeigt der Hund die Akzeptanz dessen, wird er dafür belohnt. Dann geht es weiter, die Futterhand bleibt offen. Beginnt er wieder zu ziehen, blockieren Sie ihn erneut.

Im Normalfall dauert es nur Minuten, bis der Hund verstanden hat, welches Verhalten Sie von ihm erwarten, nämlich nicht vor Ihnen zu laufen und an der Leine zu ziehen, sondern Ihre sichere und souveräne Führung zu akzeptieren. Dieses Training klappt im Idealfall ohne Sprache. Denn Ziel ist es nicht, dass er sich an Kommandos, sondern an Ihrer Person und Körpersprache orientiert.

Etwas Geduld und vor allem Disziplin sind hierbei gefragte Charaktereigenschaften, denn sobald Sie von Ihrem Kurs abweichen, müssen Sie mit dem kompletten Leinentraining von vorne beginnen. Klappt es jedoch, dann besteht der letzte Schritt lediglich darin, die Futtermengen zu reduzieren und die Leine vom Rücken nach vorn zu holen. Und bitte vergessen Sie nicht:

Diese, also die Leine, dient ausschließlich der Sicherung, nicht der (gewaltsamen) Korrektur des Verhaltens!!!

Wie wird ein Hund zu einem Alphatier?

 

Ein Alphatier ist der *Chef*, der *Big Boss* im Ring, im eigenen Rudel. Er führt sein Rudel an, die anderen Rudelmitglieder ordnen sich unter und es herrschen klare Regeln. Er sichert und beschützt sein Rudel.

Ein Rudel wäre nicht überlebensfähig, wenn es keinen *Anführer* gebe. Jedes Rudel hat ein Alphatier. 

Nun kommen wir zu der Frage zurück, wie denn ein Hund nach dem natürlichen Prozess zum Alphatier wird?

Alles fängt bei der Geburt an:

Das Muttertier bringt die Welpen auf die Welt. Nach dem natürlichen automatischen Prozess wird der Welpe als Alphatier bestimmt, der als erster die überlebenswichtige Ressource *Futter / Nahrung* sichert. Der letzte im Glied, der als letzter die überlebenswichtige Ressource sichert, ist das Omegatier, der sogenannte *Prügelknabe*, der *Duckmäuser*. Ein Omegatier ist der *Blitzableiter*.

Bitte nicht vergessen, ein Hund kann und wird niemals in einer Demokratie leben können, denn der Hund ist dazu in keiner Weise in der Lage. Für den Hund gibt es immer nur *Schwarz oder Weiß*, d.h. *ganz oder gar nicht*. Hunde leben immer in einer Hierarchie mit klaren Regeln, auch in einer Mensch-Hund-Beziehung, sein Ersatzrudel. 

Unterordnungsbereitschaft:

Da ein Welpe / Hund eine Unterordnungsbereitschaft auch gegenüber dem Menschen besitzt, sofern er den Mensch in seinen Lebensjahren kennenlernen durfte, kann er bei und mit dem Menschen zusammenleben. Während ein Hund, der zum Menschen keinen Kontakt hatte, wird kaum in der Lage sein, eine Bindung (Scheu) zum Menschen aufzubauen.

Ein Alphatier, ob Hündin oder Rüde, hat nur eine geringe bis kaum eine Unterordnungsbereitschaft gegenüber dem Menschen. Darum wird es häufig zwischen einem Mensch-Hund-Rudel *Beziehungsprobleme* bzw. *Rangordnungsprobleme* geben. Für diese Problematik gibt es natürlich noch andere Ursachen, wie zum Beispiel, wenn der Mensch den Hund vermenschlicht… usw.

Hätte ein Hund nicht die Fähigkeit sich gegenüber einem Mensch unterzuordnen, wie sein Stammvater *der Wolf*, könnte er nicht mit den Menschen zusammen leben. Für den Menschen wäre es gefährlich. Ein Hund bleibt und ist ein Raubtier, ein Rudeltier, ein Sichtjäger, ein Beutegreifer. Er hat aber die Fähigkeit sich unterzuordnen, teils mehr, teils weniger.

Der Mensch kann allerdings diesen natürlichen Prozess beeinflussen, so dass sich bei den Welpen kein Alphatier und kein Omegatier entwickelt. Wie das funktioniert, verrate ich gleich im Anschluss. Vorab ist eines noch wichtig: Ein Alphatier / ein Omegatier wird sehr schlecht vermittelt bzw. verkauft.

Wie kann der Mensch diesen natürlichen Prozess der Entwicklung beeinflussen?

Bei der Geburt der Welpen kann der Mensch sofort erkennen, wer Alphatier und wer Omegatier wird. Hier sollte der Mensch eingreifen, denn er ist ja auch für das Muttertier unterstützend tätig. Wenn er merkt, dass die Welpen wieder *Hunger* haben, sollte er den natürlichen Prozess verhindern. Er nimmt zum Beispiel als erstes das Omegatier und führt es an die Milchdrüse. Der weitere Ablauf sehe dann so aus, dass alle Welpen im Wechsel immer einmal als Erstes an die Milchdrüse geführt werden. Somit entwickelt sich hier kein Alphatier und kein Omegatier.  

Leinenführigkeit – Teil 2

Leinenführigkeit: Effektives Training – Teil 2

Das Problem *Leineziehen* in der Hundeerziehung ist ja nicht nur für den Hundehalter unangenehm und stressig, sondern hat noch einen weiteren Nachteil inne: Zieht der Hund am anderen Ende der Leine davon, dann nimmt er seinen Rudelführer nicht mehr wahr. Wenn also alle anderen Reize stärker sind, als der Mensch, können etwaige *Kommandos* nicht effektiv umgesetzt werden. Fehlverhalten resultiert aus Fehlverhalten.

Eine artgerechte und sehr effektive Trainingsmethode könnte daher wie folgt aussehen: Im Idealfall gewöhnen Sie den Hund zuerst zu Hause an die Leine, dort sind die Reize wesentlich geringer und die Aufmerksamkeit des Hundes ist ungeteilt. Dann trainieren Sie draußen weiter, lassen den Hund aber zuerst sein Geschäft erledigen, somit ist die Konzentration, die Aufmerksamkeit gewährleistet.

Halten Sie die Leine nun hinter Ihrem Rücken und das Ende in Ihrer rechten Hand. Die rechte Hand ist immer passiv. Der Hund läuft zu Ihrer Linken, dort befindet sich auch Ihre linke Hand, Ihre Futterhand. Den linken Arm lassen Sie einfach locker am Körper herunter hängen und Ihre Hand formen Sie so, dass eine Art Schaufel entsteht, die in etwa in der Höhe der Hundeschnauze hängt. Bei kleinen Hunden wird dies natürlich anstrengend, aber es lohnt sich!

Sie können auch den Hund zu Ihrer Rechten führen (die Futterhand ist dann die rechte Hand und das Ende der Leine ist in Ihrer linken Hand).

Die beste Möglichkeit, Hunden das gewünschte Verhalten beizubringen, führt über den Weg des Futtertriebes. In der Praxis sieht das so aus: Sie setzen das Futter passiv ein, also befüllen Ihre linke Futterhand in Form einer Schaufel mit Leckerlis. Die Futterhand befindet sich am linken Bein. Gehen Sie ein, zwei Schritte, der Hund neben Ihrem linken Bein, die Leine hängt locker am Rücken hinunter.

Wenn der Hund Ihnen nun folgt, dann kann er sich selbst belohnen, indem er an Ihrer Futterhand ohne Ihr Zutun Leckerlis bekommt. Sollte er doch vorspringen, so blockiert die Leine hinter Ihrem Rücken automatisch. Umso schneller Sie nun laufen, umso mehr gehört Ihnen die uneingeschränkte Aufmerksamkeit des Hundes. Beobachten Sie ihn während des Trainings und loben Sie zusätzlich, wenn er das gewünschte Verhalten zeigt.

Dadurch, dass das Futter passiv eingesetzt wird, konditioniert und motiviert sich der Hund durch diese Erwartungshaltung ständig selbst, das neu erlernte Verhalten zeigen zu können und so Leckerlis zu ergattern. Anschließend wird das Futter Stück für Stück abgebaut und die Leine vom Rücken nach vorn genommen. Nun reichen aktive Belohnungen für korrekte Leinenführigkeit, und das Problem *Leineziehen* hat sich erledigt. 

Über Flexileine, Langlaufleine, flexible Rollleine

 

Flexileine, Langlaufleine, flexible Rollleine: Die flexibel-ausziehbare Rollleine wird auch als Langlaufleine bezeichnet und von verschiedensten Herstellern in unterschiedlichen Längen, Farben und Größen angeboten, sodass für jede Gewichtsklasse ein passendes Modell verfügbar ist.

Diese Leinenart soll dem Hund nach Aussage des Herstellers einen ausreichenden Freilauf gewähren, obwohl er nicht auf die Kommandos hört, er keine bzw. kaum eine Bindung und Abhängigkeit zum Menschen besitzt oder der Hund gar einen Hetz-/Jagdtrieb entwickelt hat.

Ist diese Leine dann wirklich so sinnvoll? Wohl kaum!

Bietet diese lange Leine, die Flexileine ein ausreichendes Maß an Kontrolle?  

Bei einer ausgerollten Leine mit einer Länge von zwei, vier bis acht Metern ist dies nicht möglich. Diese Distanz, die die ausgerollte Leine schafft, ist in gefährlichen Situationen meist schon zu groß, um rechtzeitig eingreifen zu können. Der Hundehalter trägt die Verantwortung für das Handeln des Hundes.

Zu Bedenken bei der Leinenauswahl ist, dass eine flexible Rollleine keine Sicherheit geben kann, im Notfall rechtzeitig einzugreifen. Mit dieser Leine hat der Hund den Menschen, der sich am Ende der Leine befindet, die Situation und das Umfeld voll unter seiner eigenen Kontrolle. Er blendet hier den Hundeführer vollkommen aus und er führt sein Eigenleben.

Außerdem können Sie Ihrem Hund mit solch einer Leine keine Sicherheit bieten, wo er sich doch beim und am Menschen *hündisch* wohler fühlt und er somit auch keinen Stress hat bzw. in den Stress kommt (stressfreier). Denn Stress fördert wiederum die Aggressionen. Ja, ja – es ist immer einfacher keine Verantwortung für seinen Hund zu übernehmen, nach dem Motto: *Er (der Hund) soll ruhig seinen Weg gehen und ich (der Mensch) gehe meinen Weg. Alles wird gut…!*

Der Mensch denkt in den meisten Fällen unbewusst: Wie kann ich mit wenig Arbeit und Aufwand einen Hund halten?

Hinweis über diese Leinenart: Durch den ständigen und konstanten Zug der Leine am Halsband…, ausgeführt durch die Rollautomatik, wird das Leinenziehen beim Hund zusätzlich noch gefördert. Der Hund wird weiter verstärkt ziehen, egal an welcher Leine er geführt wird.

Was soll der Halti, Kopfhalter, Kopfhalti, Kopfhalfter beim Hund überhaupt bewirken?

 

Halti, Kopfhalter, Kopfhalti, Kopfhalfter: Sie haben mit Sicherheit schon einmal in einem Fachgeschäft oder auf Ihren Gassi-/Spaziergängen einen Kopfhalter/Halti für den Hund und/oder am Hund gesehen.

Dieses Geschirr wurde ursprünglich für Pferde entwickelt und kommt aus der Pferdeerziehung. Pferde zählen nun zu den Fluchttieren und Hunde hingegen zählen zu den Raubtieren, Sichtjäger, Beutegreifer.

Das ist ein erheblicher Unterschied zwischen den beiden Lebewesen. Der Kopfhalter als erzieherisches Mittel für den Vierbeiner ist von daher kein sinnvoller Schachzug.

Was soll der letztlich beim Hund bewirken?

Gar nichts! Sie können sich sicher sein, dass der Hund über dieses Zwangshilfsmittel (Symptomarbeit) nichts lernen kann und wird. Stellen Sie sich einmal vor, was das für ein Gefühl ist, wenn Ihnen beispielsweise in irgendeiner Art und Weise Gefahr droht und eine andere Person hält dann Ihren Kopf fest, so dass Sie die Gefahr nicht mehr sehen können, um diese selber zu kontrollieren und um gegebenenfalls weg springen zu können…?

Eine Anmerkung darüber: *Druck, eine Einwirkung von Außen erzeugt immer Gegendruck!*

Auch dieses Hilfsmittel in der Hundeerziehung und im Zusammenleben zwischen Mensch & Hund ist nicht empfehlenswert. 

Funktionsweise: Dieses unsinnige Hilfsmittel, das Halti, wird dem Hund über den Fang und den Hals gelegt, sowie befestigt. Zieht der Hund beispielsweise, wirkt der Hundebesitzer durch leichtes Anziehen der Leinenkombination ein. Ist der Hund zu Artgleichen, zu Artgenossen aggressiv oder zieht ständig zu Artgenossen, wirkt der Hundebesitzer durch Zug oder Ruck auf den Hund ein, so dass er den Artgenossen nicht sehen kann (der Kopf des Hundes wird zu sich hergezogen). Hier wird das Problem durch dieses absurde Hilfsmittel nicht gelöst, sondern das Problem wird anderweitig verstärkt und/oder verlagert.

Die Ursache dieses Problems können sein:

►Der Hund will den Hundebesitzer vor anderen als seine Ressource sichern und schützen.

►Der Hund hat bereits seine eigenen Erfahrungen mit Artgenossen gemacht, so wird er als Erster angreifen anstatt vom anderen angegriffen zu werden.

*Angriff ist die beste Verteidigung!*

 

Gesundheit… des Hundes: Auch diese Methode ist unter der ganzheitlichen Gesundheit des Hundes als überaus bedenklich einzustufen. Die Einwirkung des Haltis schadet dem Hund und seiner Halswirbelsäule.

Die Nutzung eines solchen Geschirrs wird die Bindung zwischen Mensch und Hund nachhaltig negativ beeinflussen, da dies eine Art Vertrauensbruch darstellt. Auch wird ihm die Kontrollmöglichkeit über seine Sicherheit entzogen. Der Hund spürt, dass seine Existenz bedroht ist, da auch mit einem Kopfhalter verdeutlicht wird, dass der Mensch nicht in der Lage ist, seine Existenz und sein Rudel zu sichern.

Sprühhalsbänder

 

Sprühhalsband ist in der Funktion mit dem Anti-Bell-Halsband (technisches Halsband) gleichzusetzen.

Der Unterschied: Beim Anti-Bell-Halsband löst der Sprühstoß automatisch über das Bellen des Hundes aus (kann auch durch den Knopfdruck ausgelöst werden). Bei diesem Sprühhalsband nur auf Knopfdruck.

Die Werbebotschaft des Herstellers: „Verwenden Sie ein Sprühhalsband und Sie brauchen den Hund nicht schlagen. Das Gerät hilft Ihnen dabei den Hund sanft zu erziehen.“ Die Sprühhalsbänder sollen nach Angaben des Herstellers als gewaltfreies Hilfsmittel gelten. 

An dieser Aussage gibt es berechtigte Zweifel. Auch dieses Halsband ist in keiner Weise empfehlenswert.

Die Handhabung des Halsbandes klingt verlockend einfach. Das Halsband wird dem Hund um den Hals gelegt und das Fehlverhalten (Problemverhalten) per Knopfdruck mit einem unangenehmen ausströmenden Duft gemaßregelt. Sobald der Knopf der Fernbedienung gedrückt wird, zuckt der Hund zusammen.

Der Lerneffekt für den Hund ist bei dieser „Erziehungsmethode“ gleich Null. Der Hund wird nur gemaßregelt, erhält aber keinerlei Anleitung, es besser zu machen. Der Hund zeigt Meideverhalten.

Die Hersteller bieten Nachfüllflaschen mit diversen Duftnoten zum Nachkauf an, um die Probleme mit dem Hund weiter auf die einfache Art und Weise lösen zu können.

Das Leineziehen und andere unerwünschte Verhaltensweisen des Hundes sind artgerecht. Diese Symptome werden aus Menschensicht als Fehlverhalten oder Problemverhalten gesehen. Der Hund ist sich seines Verhaltens nicht bewusst und kann ohne Unterstützung des Menschen keine Änderung erlernen.

Wenn der Hund beispielsweise beim Gassigehen von sich aus auf Artgenossen oder auf Menschen zugeht, handelt er nach seinen Trieben… Er sichert seinen Hundehalter gegenüber den Artgenossen (den Menschen) als „Ressourcenquelle“.

Möglicherweise wurde die eigenständige Kontaktaufnahme des Hundes im Welpenalter zu anderen Hunden und zu anderen Menschen unbewusst gefördert. Mittlerweile wird dieses Verhalten dann durch den Menschen als störend empfunden!

Generell wird der Hund die vom Menschen unerwünschten Verhaltensweisen nur ablegen, beziehungsweise verändern, wenn ihm ein alternatives Verhalten aufgezeigt wird.

Solange der Hundehalter diesen Zusammenhang nicht sieht, kann auf lange Sicht auch der kompetenteste Hundetrainer oder Hundetherapeut das Verhalten des Hundes nicht verändern.

Beachte: Über die Symptomarbeit kann der Hund nichts lernen. Er wird immer wieder diese Fehler aus Menschensicht machen oder es wird verlagert.