Kind und Hund

Ein Hund als *Spielkamerad*? Teil 1

Über die Illusionen eines *Kinderlieb-Triebs* und eines *Familien-Triebs* bei Hunden:

Nicht dass Sie mich falsch verstehen – Hunde sind großartige Familienangehörige, die das Leben absolut positiv bereichern. Dennoch gibt es zwei Begriffe, die bei der Vermittlung von Vierbeinern gern und oft benutzt werden und so für Missverständnisse und nicht selten ein Leben im Tierheim sorgen – *kinderlieb* und *familienfreundlich*.

Dieser Artikel dient also der Aufklärung, damit das Verhalten der Vierbeiner von Hundeverkäufern, Hundevermittler… richtig eingeordnet werden kann. (mehr …)

Ein Raubtier als *Familienhund*? Teil 3

Es gibt ihn, den *Familienhund*, nur nicht wie es der Mensch gern hätte, in Perfektion!

Eine Anmerkung vorweg: Der Begriff *Familienhund* kommt aus dem menschlichen Sprachgebrauch. Für den Hund ist es sein Rudel.

Natürlich dienen diese Artikel Teil 1, Teil 2, Teil 3 nicht dem Absprechen von Sozialkompetenz von Hunden und damit die Fähigkeit zum harmonischen Zusammenleben mit ihnen in der menschlichen Gesellschaft. Im Gegenteil: Das Gros der Hunde ist sicherlich gesellschaftstauglicher als so mancher Mensch.

Mit Respekt, Beobachtungsgabe und Aufmerksamkeit kann nahezu jeder Hund ein idealer *Familienhund* werden – nur nicht in Perfektion. Was allerdings weniger schlimm ist, da es ebenso wenig die perfekten Eltern, Ehepartner, Kinder und Verwandten… gibt.

Damit das Zusammenleben allerdings angstfrei und problemlos klappt und Kinder einen normalen, natürlichen Umgang mit Hunden lernen und andersrum, sind klare und konsequent verfolgte Regeln unabdinglich.

 

Hier ein paar Beispiele:

Regel 1: Hunde werden so behandelt, wie man selbst behandelt werden möchte. Seine Sinne sind viel intensiver und somit auch etwaiger Schmerz oder das „Gefühl“ von Angst.

Regel 2: Bis zu einem bestimmten Alter sollten Kinder niemals, ich betone, niemals, unbeaufsichtigt mit Hunden sein. Das Restrisiko, egal wie gut sich beide bisher „verstanden“ haben, bleibt weiterhin bestehen.

Regel 3: Fremde Hunde sind mit Vorsicht zu behandeln. Sie sollten nicht in Abwesenheit des Besitzers einfach gestreichelt werden. Außerdem agiert der Hund und nicht umgekehrt! Darüber erfahren Sie im nächsten Artikel mehr.

Unterm Strich bleibt also folgende Erkenntnis haften: Hunde sind kein „Spielzeug“, sondern sozialisierte Raubtiere. Es ist gefährlich, sie beim Fressen zu stören, ihnen Schmerzen zuzufügen oder sie zu bedrohen. Gerade in Bezug auf Kinder kann diese Gefahr schnell ernst zu nehmende, weit reichende Folgen haben.


Trotzdem sind Hunde natürlich in aller Regel tolle und hervorragende Wesen, die über eine hohe soziale Kompetenz verfügen und bei artgerechter Haltung ein lebendiges, vollwertiges Mitglied in der so genannten Menschenfamilie darstellen können. Auch wenn sie weder über einen *Kinderlieb-Trieb* noch einen Urinstinkt für generelle *Familienfreundlichkeit* verfügen.

Im nächsten Artikel, im 4. Teil, erhalten Sie eine Zusammenfassung:

  • über das Zusammenleben „Kind und Hund“,
  • wie sich das Kind gegenüber einem Hund, einem fremden Hund verhalten soll
  • und einige Regeln, die zu beachten sind. Damit es zu keine *Beißunfälle* kommen kann.
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Ein Raubtier als *Spielkamerad*? Teil 2 – Wie Du mir, so ich Dir?

Wie du mir, so ich dir? Denkste!

Kinder und Hunde, das ist und bleibt ein Kapitel für sich. Ein Kind umarmt einen Hund aus Zuneigung. Doch was *denkt* ein Hund dabei? Er *fragt* sich, warum ein rangniedriges Rudelmitglied ihm so nahe kommt, ihn am Hals packt und in seinem Bewegungsfreiraum für einen Moment essentiell einengt.

Er fühlt sich aktiv angegriffen, empfindet Angst und wehrt sich unter Umständen!

Die Folge: Er wird als bissig, als eben kinderunfreundlich, abgestempelt und wird es schwer haben, zum Beispiel das Tierheim noch einmal von außen zu sehen oder er wird eingeschläfert. Angebot und Nachfrage – keiner möchte einen Menschen, der Kinder schlägt, und keiner möchte einen Hund, der Kinder beißt.

Dass dieser Vergleich schwerwiegend hinkt, ist pure Absicht, denn so verdeutlicht sich auf eindrucksvolle Art und Weise, dass mit zweierlei Maß gemessen wird. Nur wenige Menschen fühlen sich tatsächlich von Kindern in Lebensgefahr gebracht, Hunden kann so etwas an jeder Ecke, auf jedem Spielplatz und bei jedem Spaziergang passieren. Was ganz einfach in der teilweise absolut gegensätzlichen Körperkommunikation liegt.


Kinder zeigen völlig unkoordinierte Körperaktionen: 

  • rennen vor dem Hund weg,
  • treten dem Hund versehentlich auf den Schwanz, die Pfote,
  • ziehen ihn an den Ohren,
  • kneifen unbewusst die Haut
  • oder machen sich einen Spaß daraus, ihm das Fressen oder *Spielzeug* = Beute wegzunehmen…

 

Sie sind, um es kurz zu machen, durch ihre Grobmotorik und ihr unkonventionelles, kindliches Verhalten einfach wahnsinnig schwer einzuschätzen für einen Hund. Sie kreischen urplötzlich, erschrecken ihn, und er fühlt sich in Angst versetzt, bedroht und beißt womöglich.

Ein (Raub-)Tier ist eben keine Puppe, sondern ein empfindsamer Wegbegleiter, der *Gefühle* wie Schmerz, Angst und Panik genauso kennt.

Ein Raubtier als Spielkamerad? Teil 1: Über die Illusionen eines *Kinderlieb-Triebs* und eines *Familien-Triebs* bei Hunden

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