Mensch und Hund

Unterm Strich steht also die Selbsterkenntnis – Teil 3

Unterm Strich steht also die Selbsterkenntnis:

Man könnte dieser Reihe zahllose Beispiele hinzufügen. Beispiele, die aber insgesamt zu ein und demselben Ergebnis führen: Wir sind unseren Hunden verdammt ähnlich. Ob im Spiel oder in der Jagd. Natürlich müssen wir nicht mehr jagen, höchstens Schnäppchen im Supermarkt, und natürlich spielen wir aus Vergnügen. Doch jedem Vergnügen wohnt ein gewisser Ernst inne, denken Sie allein an das beliebte Brettspiel Mensch-Ärger-Dich-Nicht!

Wer also die Kommunikation zwischen sich und seinem Hund fördern will, der muss wissen, dass es einer gemeinsamen Ebene bedarf, die nur dann Bestand hat, wenn wir akzeptieren, dass unser Hund ein primitives, egoistisches und Ressourcen kontrollierendes Raubtier ist, genau wie wir Menschen auch. Nur wir Menschen, im Gegenteil zu den Hunden, haben mehr oder weniger menschliche Emotionen, wie Liebe, Gerechtigkeitssinn, Treue und vieles mehr. Bei den Vierbeinern gibt es nun mal ein „Schwarz-Weiß“ Denken – ganz oder gar nicht! Wir Menschen können außerdem mehrere Sachen gleichzeitig bzw. auf einmal, wobei die Hunde nur eine 2er Verknüpfung haben.


Reflektion und die korrekte Einordnung von Fehlern, Verhaltensweisen und erlernten Erfahrungen sind dafür unabdingbar. Mimik, Gestik – all diese Dinge müssen wahrgenommen werden, damit das Verstehen leichter fällt. Ein Mensch zuckt zusammen und duckt sich, wenn er Angst hat. Im schlimmsten Fall macht er sich gar in die Hosen. Ein Hund ebenso. Wir haben – gerade weil wir nicht mehr jagen und sammeln müssen – ein natürliches Bedürfnis nach Bewegung und Aktion. Ein Hund ebenso.

Wir suchen nach Herausforderungen, Führung, Halt, dem Auslassen und Abbauen von Aggressionen, wir suchen Nähe, Verständnis und Perspektiven, um unsere Urinstinkte ausleben zu können. Ein Hund in einer anderen Form, ohne Herausforderung, ohne Verständnis, ohne Perspektiven… ebenso. Denn diese Verhaltensform wie Herausforderung, Verständnis… gibt es bei Hunden nicht, weil er im „Denken“ anders ist. Er handelt immer nach seinen Trieben, nach Erfolg und Irrtum, er ist und bleibt triebgesteuert.

Wenn ein Hund sein Territorium, wie zum Beispiel ein Grundstück, Haus, Wohnung… gegen Fremde verteidigt, machen wir das als Mensch genauso: Ein Fremder, den wir nicht kennen, geht unbefugt auf das Grundstück… Was machen wir?

Fazit: Akzeptieren Sie das Wesen Ihres Hundes, dann akzeptieren sie auch Ihr eigenes!

Teil 1 und Teil 2

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Vom Rudel in die Firma und von der Theorie zur Praxis – Teil 2

Vom Rudel in die Firma und von der Theorie zur Praxis

Wem dies zu theoretisch ist, dem wird nun anhand eines praktischen Beispiels geholfen: Ganz gleich ob in der Familie, der Firma, der Sportgruppe oder im Freundeskreis – eine Rangordnung gibt es immer, auch wenn Erwachsene gelernt haben, ihre Triebe und Urinstinkte zu verstecken und zu leugnen. Ganz gleich, in welcher Gruppe man sich selbst befindet, die bevorstehenden Aufgaben werden immer nach Eignung, Kompetenz, Erfahrung und Motivation verteilt. So entsteht eine moderne Rangfolge.


In einem Unternehmen ist dies nicht anders: Es gibt den Chef, den Abteilungsleiter und den ausführenden Arbeitnehmer. Letzterer, ab und an gern als Prügelknabe tituliert, stellt das Omegatier, also den Gegenpol zum Alphatier, dar. Die Aufgabe des Rangniedrigsten ist es jedoch nicht nur, die delegierten Aufträge zu erledigen, er hält in der Regel auch das soziale Gefüge zusammen, sorgt für die Kommunikation und verhindert so Rangordnungskämpfe in der Führungsebene. Wenn es der Firma schlecht geht, dann spürt das nicht der Chef zuerst, sondern der Prügelknabe am anderen Ende der Nahrungskette.

Er bekommt den Unmut ab und stellt unfreiwillig das Ventil dar, um Druck, Wut und Angst herauszulassen. Hierbei steht Machtmissbrauch selbstredend an oberster Stelle. Genauso, wie es im Übrigen in Familien zu beobachten ist. Leider wird immer noch in viel zu vielen Fällen das schwächste Glied der Gruppe ausgenutzt und für Druckausgleich missbraucht. Formen hierfür gibt es viele: verbal, psychisch, physisch, soziale Kälte etc.


Und genau diese primitive, egoistische Ausdrucks- und Umgangsweise, die allein der Kontrolle und dem Machtmissbrauch untergeordnet sind, sorgt auch für die immer noch bestehenden Kommunikationsprobleme zwischen Mensch und Hund. Auch die treuen Vierbeiner spielen ihrem Naturell entsprechend bei falscher Umgangsweise dieses Spiel mit. Sie können genauso wenig aus ihrer Haut wie wir Menschen.

Ebenso geben sie ein Spiegelbild ihrer Gefühle preis, wenn alltäglicher Stress überhand nimmt. Das Gefüge, das Rudel und das Territorium sollen geschützt werden, hier nutzt der Hund zur Not auch die Schwäche seines Herrchens aus.

Primitiv, egoistisch und Ressourcen kontrollierend – Teil 1

Unterm Strich steht also die Selbsterkenntnis – Teil 3

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Primitiv, egoistisch und Ressourcen kontrollierend – Teil 1

Wir Menschen sind unseren Hunden ähnlicher, als wir denken!

Zugegeben, auf den ersten Blick, liest sich die Überschrift etwas sehr drastisch, doch wenn man genauer hinsieht, dann wird schnell klar: Wir Menschen sind unseren vierbeinigen Freunden wesentlich ähnlicher, als viele denken. Zwei essentiellen Unterschieden stehen eine Vielzahl von Gemeinsamkeiten gegenüber, deren Akzeptanz die Kommunikation zwischen Mensch und Hund wesentlich verbessern wird.

Eine sehr weise französische Dame namens Madame de Sévigné sagte einmal sinngemäß, dass, je besser sie die Menschen kennenlerne, desto stärker wachse ihre Bewunderung für die Hunde. Viel treffender könnte man sie kaum beschreiben, die Beziehung zwischen Mensch und Hund. Und, auch wenn wir seit Jahrhunderten Seite an Seite mit unseren vierbeinigen *Freunden* leben: Wesentliches hat sich daran nicht geändert. Viele Menschen tun sich noch immer schwer, mit ihrem Hund auf einer gemeinsamen Ebene zu kommunizieren.

Schuld daran sind nicht zuletzt die unterschiedliche Betrachtungsweise und der Hang zu Überheblichkeit. Klar, anatomisch sind Unterschiede nur schwerlich zu leugnen, und auch was die Denkstruktur und Emotionsfähigkeit angeht, gibt es deutliche Differenzen. Aber gleichwohl gibt es viele Parallelen und elementare Gemeinsamkeiten, die – so sie denn erkannt und akzeptiert werden – nur einen Schluss zu lassen: Wir Menschen sind unseren Hunden gar nicht so unähnlich, wie wir gern glauben! 

Urinstinkte und eine gemeinsame Basis

Primitiv, egoistisch und Ressourcen kontrollierend, so bezeichnen Böswillige gern das animalische Verhalten der Hunde. Sie denken an sich selbst, ans Fressen und wollen kontrollieren, wovon sie glauben, es gehöre ihnen. Hier erkennt der aufmerksame Betrachter bereits die elementaren Gemeinsamkeiten zu menschlichen Trieben, aber dazu später mehr. Betrachten wir zunächst das soziale Leben, um aufzuzeigen, dass die Grundprinzipien der Natur, also die, die wir unsichtbar in uns tragen und in den verschiedensten Trieben ausdrücken, die gleichen sind wie bei den Hunden.

Wie wir Menschen leben Hunde in einem sozialen Familienverband. Auch der Drang zum Art- und somit Selbsterhalt, die Aufzucht und Verteidigung des eigenen Nachwuchs verlaufen analog. Die soziale Gemeinschaft folgt dabei einer klaren Hierarchie oder Rangordnung, welche die Basis für eine geordnete Struktur innerhalb der Gruppe darstellt und so für Sicherheit und optimale Überlebenschancen sorgt.

Fortsetzung folgt im 2. Teil
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