Wolf zum Hund

Teil 2 – Wie viel Wolf steckt eigentlich noch im Hund?

 

Wie viel Wolf steckt eigentlich noch im Hund?

Natürlich eine Menge! Wer einen Hund in sein Heim lässt, der sollte sich dessen bewusst sein, dass es sich im Grunde und im Wesentlichen immer noch um ein Tier, genauer gesagt ein Raubtier, handelt, welches emotionslos (emotionslos = keine menschlichen Emotionen) Trieben und Urinstinkten folgt.

Futtertrieb, Jagdtrieb und Hetztrieb sind nur einige Beispiele. Einen *Kinderlieb-Trieb*, einen *Spiel-Trieb* oder einen *Freundlichkeits-Trieb* gibt es hingegen nicht. Diese angeblichen Charaktereigenschaften sind werbliche Erfindungen von rein kommerziellen Züchtern, Tierheime oder andere, die einfach mehr Welpen verkaufen oder mehr Hunde vermitteln wollten.

Die heutigen Hunde sind nahezu abhängig vom Menschen und würden allein kaum überleben. Wölfe sind Jäger und müssen bis heute allein für ihre Beute sorgen. Sie fangen sie, töten sie und fressen sie. Tag für Tag.

Die heutigen Haushunde sind aber nur noch im Affekt und dann, wenn der Trieb überhand nimmt und der Rudelführer nicht eingreift, fähig zu fangen und zu töten. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie in diesem Fall die Beute nicht fressen würden, sondern einfach liegen lassen würden.
Ein Gegenbeispiel, wenn auch nur bedingt, sind die Straßenhunde: Sie haben lernen müssen, sich selbst zu versorgen. Wer diesen Lernprozess geschafft und überlebt hat, der geht auch ohne Menschen durchs Leben. Doch auch die Straßenhunde fangen, töten und fressen selten andere Tiere. Sie ernähren sich viel häufiger von Speiseresten der Menschen, durchwühlen Mülltonnen oder *stehlen* Nahrung.

 

Und wie geht’s weiter?

Der kurze Blick zurück nach vorn endet nun mit dem Blick in die Zukunft. Ca. 35 eigenständige Hunderassen gibt es nur noch. Einst waren es mehr als 180. Viele Rassen sind überzüchtet oder werden für unnatürliche, moralisch fragwürdige Zwecke missbraucht. Nur noch wenige Menschen brauchen Hunde als Nutztier.

Und weil dadurch mehr nach so genannten *Familienhunden* gefragt wird, geraten andere Rassen in den Hintergrund, während die als *kinderlieb* titulieren überzüchtet werden. Es gilt also, ein Umdenken einzuleiten. Und dieses beginnt, wenn wir verstehen, dass letztlich jeder Hund ein direkter Nachfahre des Wolfes ist.

Der eigentliche Unterschied zwischen dem Wolf und dem Hund ist, dass der Wolf eine verstärkte Fluchttendenz hat und sich gegenüber dem Mensch, außer im eigenen Wolfsrudel, nicht unterordnet.

Ein Alphatier gibt es immer im eigenen Rudel. Er führt sein Rudel an und die anderen ordnen sich unter.
So sollte es auch in einem Mensch-Hund-Team sein. Der Leitmensch, der Rudelführer „Mensch“ tritt gegenüber seinem Hund souverän auf und gibt ihm Sicherheit. Hunde sind nicht fähig in einer Demokratie zu leben. Sie leben generell in einer Hierarchie mit klaren Regeln.

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Ein Blick zurück nach vorn – Teil 1 – Woher kommt eigentlich unser Hund?


Woher kommt eigentlich unser Hund…: Jeder, der einen Hund hat oder mit dem Gedanken spielt, einen in die Familie und in das eigene Zuhause aufzunehmen, der sollte definitiv wissen, mit wem er es zu tun hat. Grund genug also, um einen kurzen Blick zurück nach vorn zu werfen und um die Geschichte des „Canus lupus familiaris“ näher zu betrachten.

Natürlich wissen viele, dass unser Haushund ursprünglich vom Wolf abstammt, doch nur die wenigsten sind sich der Geschichte und der Charaktereigenschaften bewusst, die bis heute die Urinstinkte und Triebe unserer vierbeinigen Freunde darstellen. Beginnen wir also mit der Historie und dem Weg vom Wolf zum Hund.

Der Hund ist das mit Abstand älteste Haustier des Menschen. Führende Experten schätzen, dass es ca. 15.000 Jahren her sein muss, dass die ersten Hunde in die – damals sicher noch nicht mit den heutigen vergleichbaren – „eigenen vier Wände“ einziehen durften. Klar ist aber, dass sämtliche heute noch existierenden Hunderassen auf ein und denselben Stammvater zurückgehen, nämlich den Wolf.

Die vielen verschiedenen Rassen basieren dabei auf der gezielten, exakt geplanten Auswahl von Elterntieren, die über besondere Charaktereigenschaften verfügten. So wurden dann nach und nach Tiere für ganz bestimmte Aufgabenbereiche gezüchtet und so spezialisiert. Diese selektive Zucht von Hunderassen, die im Übrigen auch das äußere Erscheinungsbild mehrheitlich einfließen ließ, begann in Deutschland etwa Mitte des 19. Jahrhunderts.

 

Warum wurde der Hund überhaupt geschaffen?

Hierfür gibt es zwei klare Gründe, die besonders hervorstechen: Zum einen steht natürlich die Unterstützung im alltäglichen Überlebenskampf im Vordergrund, doch auf der anderen Seite spielt auch die charakterliche Eignung eine wesentliche Rolle. Beides ist kaum voneinander zu trennen, denn diese Kombination aus Fähigkeit und Urinstinkt beziehungsweise Trieb ist eine absolute Besonderheit in der Tierwelt.

Wölfe waren und sind Tiere mit einer unglaublich starken sozialen Orientierung innerhalb des eigenen Rudels, damit haben sie eine Gemeinsamkeit mit uns Menschen. Wölfe leben in aller Regel in sozialen Gemeinschaften, Rudeln, in denen es eine klare Rangordnung und Regeln gibt. Auch der Mensch ordnet sich in jeder Gruppe in eine bestimmte Hierarchie ein, dessen Zusammenleben nach gewissen, klar definierten Regeln funktioniert.

Für den Hund bildeten die neuen Familienmitglieder, der Mensch nun eine Art Ersatzrudel. Er war also interessiert, sich sozial zu integrieren und bemüht um das Wohl und den Schutz des Rudels und zudem körperlich auch fähig, diese Schutzfunktion auszuüben.

Allerdings musste er erst lernen, dass er keine Chance hatte, dass Alphatier, also der Rudelführer zu werden. Er musste lernen, sich unterzuordnen. Heute nennt man diesen Lernprozess Hundeerziehung, der sich nicht nur in der Begrifflichkeit, sondern auch in der Art und Weise mittlerweile stark verändert hat.

Heutzutage hat Hunderziehung nichts mehr mit scharfem Drill, Herumbrüllen oder gar Gewalt zu tun. Hundehalter müssen heute nicht mehr groß und stark sein, um von ihrem Hund als Rudelführer akzeptiert und respektiert zu werden. Was nicht zuletzt daran liegt, dass wir Menschen heute keinen Überlebenskampf in dem Sinne führen müssen und auch nicht mehr jagen gehen, sondern einen Hund halten, um ihn als Gefährten zu haben, der sich bei uns hündisch wohl fühlen soll.

Natürlich müssen auch die heutigen Hunde sich an das Leben in Gesellschaft gewöhnen und die Regeln erst lernen, doch verläuft das Lernen im Normalfall viel friedlicher und artgerechter, als es leider in Ausnahmefällen immer noch auf manchen Hundeübungsplätzen gesehen werden kann.

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