Leinenführigkeit: Effektives Training – Teil 2

Das Problem *Leineziehen* in der Hundeerziehung ist ja nicht nur für den Hundehalter unangenehm und stressig, sondern hat noch einen weiteren Nachteil inne: Zieht der Hund am anderen Ende der Leine davon, dann nimmt er seinen Rudelführer nicht mehr wahr. Wenn also alle anderen Reize stärker sind, als der Mensch, können etwaige *Kommandos* nicht effektiv umgesetzt werden. Fehlverhalten resultiert aus Fehlverhalten.

Eine artgerechte und sehr effektive Trainingsmethode könnte daher wie folgt aussehen: Im Idealfall gewöhnen Sie den Hund zuerst zu Hause an die Leine, dort sind die Reize wesentlich geringer und die Aufmerksamkeit des Hundes ist ungeteilt. Dann trainieren Sie draußen weiter, lassen den Hund aber zuerst sein Geschäft erledigen, somit ist die Konzentration, die Aufmerksamkeit gewährleistet.

Halten Sie die Leine nun hinter Ihrem Rücken und das Ende in Ihrer rechten Hand. Die rechte Hand ist immer passiv. Der Hund läuft zu Ihrer Linken, dort befindet sich auch Ihre linke Hand, Ihre Futterhand. Den linken Arm lassen Sie einfach locker am Körper herunter hängen und Ihre Hand formen Sie so, dass eine Art Schaufel entsteht, die in etwa in der Höhe der Hundeschnauze hängt. Bei kleinen Hunden wird dies natürlich anstrengend, aber es lohnt sich!

Sie können auch den Hund zu Ihrer Rechten führen (die Futterhand ist dann die rechte Hand und das Ende der Leine ist in Ihrer linken Hand).

Die beste Möglichkeit, Hunden das gewünschte Verhalten beizubringen, führt über den Weg des Futtertriebes. In der Praxis sieht das so aus: Sie setzen das Futter passiv ein, also befüllen Ihre linke Futterhand in Form einer Schaufel mit Leckerlis. Die Futterhand befindet sich am linken Bein. Gehen Sie ein, zwei Schritte, der Hund neben Ihrem linken Bein, die Leine hängt locker am Rücken hinunter.

Wenn der Hund Ihnen nun folgt, dann kann er sich selbst belohnen, indem er an Ihrer Futterhand ohne Ihr Zutun Leckerlis bekommt. Sollte er doch vorspringen, so blockiert die Leine hinter Ihrem Rücken automatisch. Umso schneller Sie nun laufen, umso mehr gehört Ihnen die uneingeschränkte Aufmerksamkeit des Hundes. Beobachten Sie ihn während des Trainings und loben Sie zusätzlich, wenn er das gewünschte Verhalten zeigt.

Dadurch, dass das Futter passiv eingesetzt wird, konditioniert und motiviert sich der Hund durch diese Erwartungshaltung ständig selbst, das neu erlernte Verhalten zeigen zu können und so Leckerlis zu ergattern. Anschließend wird das Futter Stück für Stück abgebaut und die Leine vom Rücken nach vorn genommen. Nun reichen aktive Belohnungen für korrekte Leinenführigkeit, und das Problem *Leineziehen* hat sich erledigt. 

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