Über Futterbeutel, Schleppleine… und die Bedeutung: Einige Experten raten hilfesuchenden Hundehaltern oft dazu, im Training mit dem Hund einen Futterbeutel, auch Futterdummy genannt, zu nutzen, wenn der Hund zu einem übersteigerten Beutetrieb, Hetztrieb, Jagdtrieb neigt oder ein gestörtes Verhältnis gegenüber seinen Artgenossen zeigt. Auch raten solche Experten zu solchem Training, wenn der Mensch nach seinem Hund ruft und er kommt nicht zurück.

Es handelt sich hier um eine „Symptomarbeit“, das bedeutet, es wird nicht an der Ursache gearbeitet, sondern der Hund wird abgelenkt und wenn der Hund irgendwelche Fehler aus Menschensicht macht, wird „korrigiert“. Dieses Training ist in keiner Weise sinnvoll, denn der Hund kann nichts daraus lernen und er wird die Führung und die Kontrolle über jede erdenkliche Situation nicht seinem Menschen übergeben.   

 Wie wird so eine Trainingsmethode mit Futterbeutel und Schleppleine von solchen selbsternannten Experten angeleitet?

Vor dem Einsatz mit dem Futterbeutel (Futter befindet sich in einem Futterbeutel), darf der Hund zu aller erst daraus fressen, dann wird er mit einem Reißverschluss geschlossen und geworfen. Das Ziel des Trainings mit dem Futterbeutel soll sein, dass der Hund diesen apportiert (holen und zurückbringen) und sich selbst aus dem Futterbeutel bestätigt, nach dem der Mensch den Futterbeutel geöffnet hat.

Diese Art des Trainings fördert ebenso den Beutetrieb, den Hetztrieb und die Unabhängigkeit des Hundes, wie das zuvor beschriebene Training und ist folglich mit Bedenken zu genießen. Denn das Problem aus Menschensicht, beispielsweise Aggressionen gegen Artgenossen, Hetzen usw., wird damit nicht gelöst. Hier wird nur die letzte Handlung belohnt (das Zurückkommen wird belohnt und nicht die Verhaltensänderung in einer direkten Konfrontation…).

Ein Hund kann niemals mehrere Dinge gleichzeitig verknüpfen. Außerdem lernt der Hund durch das Werfen der Beute (aus Hundesicht) das Hetzen, Beute machen und die Belohnung danach. Dadurch werden auch hier unbewusst den Hetztrieb und den Beutetrieb durch den Mensch gefördert.

Diese Form des Trainings kann weitere Probleme erzeugen. Mögliche Probleme sind, die damit entstehen können…:

–>  Der Hund will die Beute nicht abgeben und verteidigt sie auf eine aggressive Art

–>  Andere Artgenossen schalten sich in den Beutekampf ein, wenn die Beute geworfen wird und fremde Artgenossen befinden sich in der Nähe

–>  Der Hund hat keine Fähigkeit zur Unterscheidung zwischen Futterbeutel und Hasen, Jogger, Radfahrer usw.

–>  Bei der Begegnung von anderen Artgenossen und im Futterbeutel gibt es kein Futter mehr

–>  Der Hund sieht einen anderen Artgenossen, der Stresspegel ist zu hoch und er nimmt plötzlich kein Futter mehr

Einige Experten empfehlen für den Fall des Kontrollverlustes des Menschen über den Hund eine „Schleppleine“. Es ist eine längere Leine (auch *lange Leine* genannt), die dem Hund vor dem Training mit dem Futterbeutel angelegt wird. Der Futterbeutel wird geworfen, der Hund hetzt der Beute hinterher und soll ihn aufnehmen. Nach dem der Hund die Beute hat, wird der Hund mit der langen Leine/Schleppleine wieder zum Mensch zurückgezogen, um dann daraus belohnt zu werden.

Dieses Training vermittelt dem Hund keinerlei sinnvolle Verhaltensweisen, Verhaltensänderung und ist als nicht empfehlenswert einzustufen.

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